Erlebnisse aktuell

Auf diesen Seiten finden Sie Berichte über Befahrungen und Besuche von Bergwerksanlagen von Freunden des Bergbaues in Graubünden: (Hauptredaktor JR, Jann Rehm)
Berichte von FBG-Mitgliedern bitte per EMail an FBG.
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Bergbaujahr 2018:

Ein interessantes Bergbauwochenende
(JR) Der Winter ist im Kanton Graubünden nicht unbedingt geeignet für Befahrungen. Die Bergwerke liegen hoch oben in den Bergen und im Schnee. In diesem Winter liegt zudem besonders viel Schnee. Aber es gibt ja auch noch das Unterland und dort hat es einige ganz interessante Bergwerke. Und es gibt Matti Keller, der für die «armen Bergler» anfangs März 2018 wieder einmal ein schönes Bergbauwochenende organisiert hat. 

Eisenbergwerk Herznach
Das Eisenbergwerk, wo Eisenoolith und Bohnerz abgebaut wurde, befindet sich in der gleichnamigen Gemeinde Herznach im Kanton Aargau. Auf der Webseite bergwerkherznach.ch  ist zu lesen:
«Der Hauptstollen war 370 m lang und endete im Gebiet Weichlen, Gemeinde Ueken. Es wurde durch Untersuchungen um 1920 ein abbauwürdiger Erzvorrat von 30 Millionen Tonnen festgestellt. 1937 nahm das Bergwerk seinen Betrieb auf. 1941 wurden 211 783 Tonnen Erz gefördert, die grösste Abbaumenge in der Geschichte der Mine. Das Betonsilo hatte ein Fassungsvermögen von 1000 Tonnen Erzgestein. Eine 4.2 km lange Seilbahn führte das Material zur Bahnstation Frick, von Basel per Schiff zur Verhüttung in das Ruhrgebiet. Später wurde auch der Hochofen von Choindez beliefert. Die Umstellung der Produktion in Choindez auf Sphäroguss im Jahr 1967 bedeutet für das Bergwerk Herznach einen Absatzrückgang um 50%, da das Herznacher Erz mit seinem relativ hohen Phosphat-Gehalt dafür nicht geeignet war. Da dieser Umsatzausfall nicht anderweitig kompensiert werden konnte, legten die Jurabergwerke AG die Grube noch im selben Jahr still. Insgesamt lieferte das Bergwerk Herznach 1.7 Millionen Tonnen Erz.»
Bei der Anfahrt ist schon von weitem der grosse Siloturm zu sehen, in welchem sich heute ein kleines Museum befindet.  Unter der Führung von Thomas Zollinger konnte ein grosser Teil des Bergwerks besichtigt werden.  Die Fahr- und Förderstollen erschliessen einerseits ein grosses Gebiet, in welchem beim schachbrettartigen Abbau Pfeiler stehen gelassen wurden. Dieser Teil des Bergwerks ist relativ gut befahrbar obwohl auch mit Bruch gerechnet werden muss. Anderseits wurde aber auch Bruchbau betrieben und diese Abbaufelder sind verstürzt. Sehr bekannt ist das Bergwerk für die zahlreich zu findenden Ammoniten. Sehr schöne Stücke sind im Museum ausgestellt. Auch die Besucher aus den Bergen freuten sich über einige Funde.   Die Temperatur im Stollen war angenehm. Etwas weniger angenehm war der heftige Schneeschauer nach der Ausfahrt. 

Gipsbergwerk Schleitheim
Schleitheim oder im dortigen Dialekt «Schlaate», ist eine politische Gemeinde im Kanton Schaffhausen. Das alte Gipsbergwerk befindet sich an der Wutach, welche dort die Landesgrenze zwischen der Schweiz und Deutschland bildet. Auf der rechten Flussseite liegt die deutsche Ortschaft Stühlingen.  Direkt vor dem Stollenmundloch befindet sich das Gipsmuseum. Es zeigt die Arbeit der Bergleute und auch das Verarbeiten des Gipses in der speziellen Mühle.  Werfen wir auch hier einen Blick auf die Homepage
museum-schleitheim.ch/gipsmuseum.htm «Der Stollen Höhepunkt des Museumsbesuches ist der Gang in den einzigen, für Besucher noch zugänglichen, Gipsbergwerkstollen der Schweiz. Auch hier wacht über dem Eingang, als Relief dargestellt, die Heilige Barbara, Schutzpatronin der Bergleute. Ein enger, niedriger Zugangsstollen führt durch die Lockergesteinszone bis zum anstehenden Gipsgestein und dann durch ein weit grösseres Profil mit einigen Seitenangriffen bis zum Ende der eigentlichen Abbauzone. Die ganze Strecke ist heute bergmännisch gesichert und elektrisch ausgeleuchtet. Sehr schön ist die Sedimentstruktur des Gipsgesteins zu sehen, aber auch eindrücklich die heute noch stattfindenden Bewegungen des Berges durch Druck, Wassereinflüsse und der damit ablaufenden Rückvergipsung des, vor allem im hinteren Teil, vorherrschenden Anhydrits. Der Grundwasserspiegel der Wutach, aber auch der ungenügende Gipsgehalt des anstehenden Materials auf ca. 200 m Stollenlänge stoppten den weiteren Vortrieb. Sehr schön zu sehen sind hier die nach einer Sprengung stehengebliebenen halben Bohrlöcher, die aufzeigen, dass der Abbau horizontal sowie auch vertikal erfolgte. Deckenabstürze in ungesicherten Nebenstollen zeigen eindrücklich die Entstehung sogenannter Dolinen.»
Zuerst nahmen wir an einer Gruppenführung teil, dann folgte ein Apéro mit Kerzenlicht im Stollen.  Dann aber waren wir frei, das Bergwerk gründlich zu erkunden und zu fotografieren.  Ob andere Gruppen wohl auch so viel Zeit untertage verbrachten?  Der Nachmittag war schon weit fortgeschritten, als auch der letzte «Bergknappe» wieder ans Tageslicht kam und wie am Vortag, begann es auf der Rückfahrt wieder zu schneien.

42. Vereinsversammlung Freunde des Bergbaus in Graubünden, FBG 2018 am Februar 2018 im Hotel Weisses Kreuz, 7440 Andeer
(JR)   Im Jahr 2016 war der Ansturm zur Vereinsversammlung in Landquart sehr gross aber auch dieses Jahr war der Besuch erstaunlich gut. Kurz nach 11.00 Uhr konnte die Präsidentin Elsbeth Rehm die Versammlung eröffnen und die 31 Anwesenden begrüssen. Besonders freute sie sich über eine Delegation des Bergbauvereins Käpfnach, Horgen.
Ihren Jahresbericht mit einem Überblick über das Vereinsleben 2017, stellte die Präsidentin mit einer Power-Point-Projektionvor. Zwei grosse Projekte waren sehr arbeitsintensiv. Das Projekt zur Rettung des Industriedenkmals Bellaluna bei Filisur im Albulatal verursachte den grössten Aufwand. Nach einem guten Start, bei welchem das Interesse aller Beteiligten, insbesondere auch der Standortgemeinde Filisur, heute Bergün-Filisur sowie der kantonalen Denkmalpflege, festgestellt werden konnte, stellte sich die Finanzierung der notwendigen Sicherungsarbeiten als sehr schwierig heraus. An zwei Workshops wurden alle Interessierten eingeladen, um intensiv nach Lösungen zu suchen. Sehr gut besucht und damit ein grosser Erfolg, waren die beiden Frontage im Frühling. Auch in Flecs Salouf, einem weiteren alten Hüttenwerk im Oberhalbstein wurden erste Rodungs- und Aufräumarbeiten vorgenommen.
Der Höhepunkt im Jahr 2017 war unbestrittenermassen die erfolgreiche Auspumpaktion auf Cotschens, auf der linken Talseite hoch über dem Marmorerasee. Der grösste Stollen dieses Bergwerks wurde leer gepumpt. Er ist sehr alt und feuergesetzt. Was an Holz zum Vorschein kam, wird nun von den Archäologen untersucht.
Die Jahresrechnung 2017 wurde ohne Diskussion genehmigt. Die Erfolgsrechnung schliesst bei Einnahmen von Fr. 19’066.06 und Ausgaben von CHF 22’013.25 mit einem Verlust von CHF 2’947.19 ab.
Die Bilanz weist einen Schlussbestand von CHF 54’099.04 aus. Das Vereinsvermögen beträgt total CHF 34’137.33.
Das Budget rechnet mit Einnahmen von CHF 19‘750.00 und Ausgaben von CHF  25’25.00 und einem negativen Ergebnis von Fr. 5’500.00. Der Mitgliederbeitrag bleibt im bisherigen Rahmen, nämlich CHF 50.00 für ordentliche Mitglieder und CHF 20.00 für Schüler, Studenten und Lehrlinge.
Anlässlich der Vereinsversammlung 2017 wurden die ordentlichen Wahlen durchgeführt. In der Zwischenzeit hatte Peder Rauch, Scuol, nach langen Jahren seiner Mitarbeit den Rücktritt aus dem Vorstand erklärt. Die Versammlung ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Als neues Vorstandsmitglied wurde Sepp Beeler, Regionalgruppenleiter Albulatal/Oberhalbstein, Davos Wiesen, gewählt. Nach der Demission der bisherigen Rechnungsrevisoren, nämlich Norbert Jud und Hans Peter Schenk wurden Hanspeter Hitz, Celerina, und Stefan W. Meier, Knonau, als neue Revisoren gewählt.
In Zusammenhang mit der Spendenaktion für das Projekt Industriedenkmal Bellaluna war zur Ausstellung von Spendenbestätigungen eine Statutenänderung notwendig. Diese wurde diskussionslos genehmigt.
Anschliessend an die statutarischen Geschäfte folgte der angekündigte Vortrag von Thomas Zollinger über das Bergwerk Herznach/AG. Dieser wurde mit grossem Interesse aufgenommen und verdankt. Der Apéro wurde dieses Jahr vom Restaurant Weisses Kreuz gestiftet, was die Präsidentin mit Freude feststellen konnte.
Nach dem Mittagessen führte Bruno Riedhauser die Bergknappen in Innerferrera durch das Kavernenkraftwerk der Kraftwerke Hinterrhein. Dies war eines der viel beachteten Exkursionsziele am Workshop 2015 in Andeer.

Frontag am 17. Februar 18 im benachbarten Gonzenbergwerk:

 

Archiv vom Bergbaujahr 2017

Archiv vom Bergbaujahr 2016

02.04.2016, Abschlusstreffen Workshop 2015

Workshop 2015

Archiv vom Bergbaujahr 2015

Archiv vom Bergbaujahr 2014

Archiv vom Bergbaujahr 2013

Archiv vom Bergbaujahr 2012

Archiv von den Bergbaujahren 2010/11

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