Erlebnisse 2016

Bergbaujahr 2016:

30.12.16 Silvesterexkursion im Gonzen mit „Kampf der Geister mit den Bergknappen“
IMG_3618IMG_3484(JR) Es ist doch immer wieder etwas Besonderes, wenn man im Gonzenbergwerk ankommt, sich für die Einfahrt bereit macht und im Hintergrund schon  den Dieselmotor der grünen Lokomotive Barbara IV klopfen hört. Bald steht der Zug bereit. Die Wagen sind eng und keineswegs komfortabel aber so sind vor Jahren auch die Arbeiter zur Schicht eingefahren. Heute, am 30. Dezember 2016 ist es eine besondere Schicht, die einfährt. Die Wagen sind besetzt. Punkt 09.00 h zieht  die Lok an und bald schon rumpelt der Zug durch den dunklen Stollen bis zum Basisbahnhof. Es ist eine grosse Gruppe Leute, die an der diesjährigen Silvesterführung  teilnehmen. Vor allem sind es Mitglieder der Knappen-Vereinigung Gonzenbergwerk aber auch zugewandte Orte oder Doppelmitglieder vom FBG oder aus Käpfnach lassen sich heute wieder einmal durch die Geheimnisse des Gonzen führen. Vorbei am ersoffenen Fluhwandgesenk  geht es bald mehr oder weniger steil in die Höhe.  Immer wieder ist ein Bremsberg zu ersteigen. Dabei sind die zum Teil neu eingebauten Treppenstufen äusserst hilfreich. Rico und Felix, die beiden Führer kennen sich aus und wissen Bescheid. BarbaraDies ist auch nötig, denn der Berg ist durchlöchert von Stollen, Abbaufeldern und Schächten. Man könnte sich darin verirren.  In vielen Stollen ist auch das Schienennetz noch vorhanden. Rollis stehen noch auf den Schienen. An der Firste sind tief eingeschnittene Runsen der Schrapperseile zu sehen. Mächtige Pfeiler, stehen gelassen beim Abbau, stützen die Firste in den Abbaufeldern. Das Auf- und Ab, das Marschieren durch die Stollen und das Fotografieren macht Hunger.  Es ist Zeit für die Mittagspause tief im Berg  Anschliessend folgt der kurze Abstieg bis zur Barbara und hier wartet eine Überraschung.  Eine zweite Gruppe, welche direkt aufgestiegen ist, wartet schon. Mitten im Bremsberg ist ein neuer Türstock aufgestellt.  Eine Trompete und eine Posaune werden ausgepackt. Eine kleine Gruppe Leute hat sich etwas abseits aufgestellt.  Es ist der Chor, der sich bereit macht.  Dann geht es los.  20161228-DSC00672Unser FBG-Vorstandsmitglied Hansueli Suter  ist nicht nur Bergknappe, sondern auch begeisterter Laienschauspieler. Als Ein-Mann-Theater führt er das Stück „Der Kampf der Geister mit den Bergknappen“ von Carl Theodor Körner auf (BK 123). Der Knappe mit Schlägel und Eisen, der Steiger mit dem Geleucht, der gewaltige Berggeist mit seiner Geisterschar, die Feen und die Feenkönigin, alle treten auf. Ein anderer Hut, eine Decke, eine Spitzenhaube mit Schleier oder sogar mit einem Krönlein, rasch ist die Verwandlung vollzogen. Der Knappe tut einen Gang auf. Die Berggeister türmen Felsen auf. Der Steiger ruft die andren Knappen zur Hilfe herbei. Die Mauer stürzt ein und der Berggeist entfacht das Feuer in der Tiefe. Es kracht und schon zieht roter Rauch durch den Bremsberg herauf.  Man sieht das Feuer brennen. Doch die Feen der Quellen löschen die höllische Glut. Alles geht gut aus. Einzig die Sicht auf das Geschehen ist am Schluss stark eingetrübt. Der Schauspieler, die beiden Musiker und der Chor  sind im Rauch und Dampf kaum mehr zu sehen. Nur langsam verzieht sich der Qualm. Grosser Applaus belohnt die mit viel Einsatz geleistete Vorstellung. Bevor es dann an den Abstieg zum Basisbahnhof und die Ausfahrt geht, wird man noch mit Nussgipfel und Kaffee verwöhnt.
Vielen Dank allen Beteiligten! Exursionsbilder: P. Kuhn; Theaterbilder: B. Riedhauser,

 

 

04.12.16 Barbarafeier beim Bergbauverein Silberberg Davos
(JR)  Der Barbaratag am 4. Dezember ist dieses Jahr auf einen Sonntag gefallen. Das schöne, kalte Winterwetter lockte tagsüber auf die Skipiste. Am Abend war dann Zeit für die Rückbesinnung auf das Bergbaujahr 2016. Überall in den Bergbaugebieten feierten die Bergleute das Fest ihrer Schutzpatronin, der hl. Barbara, Auf dem Schmelzboden im ehemaligen Hüttengelände war es der BSD, welcher die Aktiven und das Bergbaumuseum zur Feier und zum Nachtessen eingeladen hatte.  Gut dreissig Personen  folgten der Einladung. Das Essen im Restaurant Schmelzboden war gut und es herrschte eine zufriedene und kameradschaftliche Atmosphäre. Präsident Paul Buol hielt eine kurze Rückschau auf das vergangene Bergbaujahr. So viel sei hier verraten: Der „Spinerstollen“ auf der Spina in Davos Glaris wurde mit schwerem Gerät geöffnet und der Eingang gesichert. Weniger Glück hatte man mit dem „Plurserstollen“ am Fahrweg zwischen Monstein und dem Silberberg. Trotz Grabungen an verschiedenen verdächtigen Stellen, wurde er bisher noch nicht gefunden. Die Hoffnung, den verschütteten Stollen zu finden, wurde aber noch nicht aufgegeben. Die Suche wird im nächsten Jahr fortgesetzt. Ein umfangreicherer Jahresbericht folgt an der Vereinsversammlung des BSD, welche am 18. Februar, also eine Woche vor der FBG- Versammlung von Samstag, 25. Februar 2017, stattfinden wird.

01- BARBARA II im BahnhofAuch im Gonzenbergwerk wurde der Barbaratag gebührend gefeiert. Der Sprengschuss ging wohl etwas später ab, dafür detonierte er aber umso heftiger. Wie gewohnt hielt Pfarrer Felix eine wunder schöne feierliche Andacht und in der Folge freuten wir uns bei geselligem Beisammensein mit den aktiven und ehemaligen Mitarbeitern der Eisenbergwerk Gonzen AG, sowie den Führern und Knappen (Bericht aus dem Sarganserländer. Bilder; Peter Kuhn, weitere Barbarabilder)

Schmidschacht19klein
19. Internationaler Bergbau- und Montanhistorik Workshop 2016

(JR) Der 19. Internationaler Bergbau & Montanhistorik-Workshop fand in der Zeit vom 28. September bis 2. Oktober 2016 in Sangerhausen / Wettelrode statt. Der Ort liegt in Sachsen-Anhalt in der Nähe der Grenze zum Freistaat Thüringen. Die grosse Delegation des FBG hatte deshalb eine längere Reisestrecke zurück zu legen.  Es ging  alles unfallfrei und pünktlich um 10.00 h morgens wollten wir uns anmelden.  Da ging aber noch nichts.  Man war erst am einrichten und das Tagungsbüro war noch nicht geöffnet. Zwei Stunden später war dann alles bereit und wir konnten uns zur Stelle melden. Ein Teil unserer Delegation war schon früher angerreist und hatte die Gelegenheit zu interessanten Vorexkursionen. Die Tagung selber war auch interessant. Die Vorträge waren dieses Jahr vor allem auf den Bergbaubetrieb im Harz konzentriert. Die Exkursionen waren vielfältig. Leider waren die meisten UT-Befahrungen schon sehr früh ausgebucht aber zum Schluss und vor allem dank interessierter Exkursionsleiter kamen dann alle Schweizer doch noch auf ihre Rechnung. Höhepunkte waren z. B. der Besuch im Kyffhäuser, wobei Kaiser Barbarossa sich aber nicht zeigte; die Fahrt durch die dunkle Nacht mit der Dampfbahn oder die Seilfahrt auf die 200 m –Sohle im Röhrigschacht und die dortige Abschlussfeier.
Die Pension Pauer in Beyernaumburg etwas ausserhalb von Sangerhausen wird allen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben.  Leider war der Workshop wie immer zu schnell vorbei.  Wer noch Zeit hatte und nicht gerade auf die Autobahn musste, kam wie jedes Jahr in den Genuss der einen oder anderen Nachexkursion. Weitere Bilder von Hansjürg und Erzminen Hinterrhein. Bilder Elsbeth Rehm:

 

28.08.16 Grillplausch am SilberbergDalvazzerbrücke2

(JR) Der Bergbauverein Silberberg BSD hat am Samstag, 28. August  zum traditionellen jährlichen Grillplausch an den unteren Huthäusern am Silberberg eingeladen. Treffpunkt war auf Schmelzboden beim Bergbaumuseum Graubünden. Präsident Paul Buol begrüsste die Teilnehmer. Anschliesend folgte der Fussmarsch hinauf ans Bergwerk. Dieses Jahr konnte zum ersten Mal der ab Schmelzboden wieder hergestellte alte Erzweg benützt werden. Unterwegs berichtete Jann Rehm über die Lagerstätte und die  Arbeiten am Silberberg. Die Grilleqquipe war von Monstein her gekommen und bereits fleissig an der Arbeit.  Doch für das Mittagessen war es noch zu früh. Drei Führer übernahmen ihre Gruppen. Der Neuhoffnungsstollen, der Lange Michael Erbstollen und der Dalvazzersstollen wuren besucht. Ruth, die älteste Teilnehmerin, welche den Neuhoffnungsstollen befuhr, war 93 (!) Jahre alt. Sie war immer noch flink und folgte dem Führer ohne Probleme. Im Langen Michael Erbstollen war natürlich der Hundeläufer mit dem Hund eine Attraktion. Im Dalvazzer konnte die neue Brücke befahren werden.  Jetzt ist die hintere Plattform wieder erreichbar.
BSD_GrillDie Grillequipe hatte in der Zwischenzeit gearbeitet. Laufend kamen Bratwürste und Cervelats auf die Tische. Hunger und Durst wurden gestillt und es konnten viele interessante Gespräche geführt werden. Zum Abschluss des Tages machten einige der Besucher noch von der Möglichkeit Gebrauch, einen Blick ins Bergbaumuseum zu werfen. Bilder Elsbeth Rehm

27.08.16 Landesplattenberg Engi (GL) FBG – Exkursion 2016

(JR)   An der Vereinsversammlung in Filisur wurden die Mitglieder des FBG von Alt Ständerat Kaspar Rhyner, Elm, spontan zur Besichtigung des ehemaligen Bergwerks in  Engi eingeladen.
Sicher belegt ist der Bergbau im Glarner Sernftal durch Dokumente aus dem 16. Jh. im folgenden Jh. war der Landesplattenberg eine grosse Einkommensquelle für das Dorf Engi und für den ganzen heutigen Kanton Glarus. Der schöne schwarze Schiefer wurde nicht nur in der damaligen Eidgenossenschaft geschätzt. Er wurde auch ins Ausland exportiert.
Geologisch gehört das Gebiet zur so genannten Glarner Überschiebung. Der Engi-Dachschiefer wurde im frühen Oligozän, d. h. vor ungefähr 34 Mio. Jahren abgelagert.  Die Ablagerung hat eine Mächtigkeit bis 500 m. Das Bergwerk war mit den im Bergbau üblichen Unterbrüchen bis 1961 in Betrieb.
Sehr bekannt ist der Glarner Schiefer auch durch die Versteinerungen. Schon Johann Jakob Scheuchzer, Schweizer Arzt und Naturforscher (2. August 1672 – 23. Juni 1733) beschrieb die Fossilien. Einige tausend Knochenfische kamen zum Vorschein. Eine Schildkröte und ein Vogelskelett wurden gefunden. Auch der Zahn eines prähistorischen Hais wurde entdeckt, dies als Nachweis, dass es sich beim Schiefer um eine Meeresablagerung handelt.
Am  27. August, einem schönen und am frühen Morgen schon warmen Sommertag trafen sich 19 Interessierte zur Befahrung des Bergwerks. Im Berg war es dann angenehm kühl und bis zum Schluss sogar recht kalt. Der Landesplattenberg wird heute als Schaubergwerk mit jährlich bis zu 10‘000  Besuchern betrieben. Die Strecken sind gut ausgebaut und gesichert. Die Einfahrt zum Bergwerk liegt etwa 200 m über dem Talboden am Westhang beim so genannten „Schieferhüttli“ und der  Bergstation der ehemaligen Seilbahn. Melchior Rhyner führte die Besucher  sachkundig durch den Berg. Alt Ständerat Kaspar Rhyner, Elm, welcher den Landesplattenberg 1961 stilllegen musste, liess es sich nicht nehmen, die Freunde des Bergbaus in Graubünden und die drei „zugewandten Orte“ vom Kohlebergwerk Käpfnach, zu begleiten. Die riesigen Kavernen zeugen von jahrelanger harter Arbeit im Berg. Mächtige Pfeiler wurden stehen gelassen. Felsanker schützen den heutigen Besucher. Die Arena „Dr. Konrad Auer“, ist ein Konzertsaal mitten im Berg mit hervorragender Akustik. In der „Kathedrale“, einem anderen grossen Raum sind sogar Trauungen möglich. Den Abschluss der Führung bildete eine Filmvorführung, ebenfalls im Stollen. Der Film zeigt die Geschichte des Glarner Schieferbergbaus. Gerne kam man anschliessend wieder ans Tageslicht und konnte sich aufwärmen. Bilder Elsbeth Rehm:

14.08.16 Ein Besuch auf der Alp Taspin / Taspegn

(JR)  Direkt neben der Alp auf 2196 m ü. M., hoch über dem Val Schons / Schams,  wurde am 25. Juli 2010 das kleine aber informative Bergbaumuseum Taspin eingerichtet. Es ist das wohl höchstgelegene Museum der Schweiz. Der Verein Erzminen Hinterrhein EHR, ein Partnerverein des FBG bietet in den Sommermonaten jeden Mittwoch geführte Touren zum Museum und ins nahe gelegene Abbaugebiet an.
Der erste urkundlich nachgewiesene Bergbau auf Taspin/Taspegn datiert aus dem Jahre 1605. Blei-, Kupfer- und Eisenerz wurde im Tagebau oder in kurzen Stollen abgebaut. Silber wurde aus dem Bleiglanz gewonnen. Was heute in der Landschaft gut sichtbar ist, sind Zeugen der letzten Abbauperiode aus dem 19. Jh. Grosse Anstrengungen unternahm bis 1870 die englische Gesellschaft Val Sassam Mines Company Ltd.  Das Unternehmen förderte im Jahr 1867 1’900 t Roherz. Dies ergab  ca. 16 Tonnen Blei und 65 kg Silber. In Taspin/Taspegn und Ursera waren im Dreischichtbetrieb insgesamt 70 Arbeiter beschäftigt. Bald schon blieb der Ertrag unter den Erwartungen und im Jahr 1872 wurde  der Betrieb eingestellt. Zur Zeit der Auflassung erreichten die Tagebaue das heute sichtbare grosse Ausmass.
Taspin/Taspegn war eines der Exkursionsziele des 18. Internationalen Bergbau- und Montanhistorik Workshops 2015 in Andeer. Während des Workshops bestand für die Organisatoren kaum  Gelegenheit zur Teilnahme an den zahlreichen Exkursionen. Dies nachzuholen war das Ziel einer sonntäglichen Befahrung im August dieses Jahres. Die sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden durch schönes und warmes Sommerwetter verwöhnt. Schon die Fahrt im Landrover auf dem steilen Strässchen war etwas Besonderes.
Nach einer geschichtlichen Einführung durch Bruno Riedhauser im kleinen Museum wurde zuerst der Besucherstollen, wo tief im Berg der Alpkäse reift,  befahren. Dann besichtigte man die Tagebaue.Ganze Felswände wurden abgesprengt. Ein tiefer, wassergefüllter Schacht ist für die Besucher mit einem Steg begehbar gemacht worden.  Im klaren Wasser sind Stempel und Podeste aus Holz zu erkennen.  Auch eine Fahrte wäre noch da aber eben, tief unter Wasser. Neben den Abbauten in der Nähe der Alp sind in den Felsen überall weitere Löcher zu sehen. In der Regel sind es kurze Stollen und Schürflöcher. Sie sind auch nicht alle einfach zu erreichen. Bei einigen ist doch etwas Schwindelfreiheit notwendig. Kein Problem damit haben die Gämsen. Verschiedene der Stollen werden vermutlich vor allem im Winter von den kletterfreudigen Tieren als Unterstand benutzt. Zum Glück waren die Kriechstrecken, denn auch solche gab es, nicht verschmutzt.
Nach einer Tour von rund 9 km über Stock und Stein wurde der Ausgangspunkt beim Besucherstollen wieder erreicht. Bilder E. und J. Rehm:

25.7-2.8.16 Schweden (Husu)Boliden

Boliden:

Bergbau aus den letzten 100 Jahren.
Von den stillgelegten Bergwerken sind meist nur noch Halden zu erkennen, aufgegebene Tagebaue sind heute Seen. Schächte sind mit Wasser gefüllt und meist gesichert.
Die längste Seiltransportbahn (96 km in 10 Sektionen) von 1943 verband die Grube Kristineberg mit dem Aufbereitungswerk Boliden und ist jedoch noch weiterhin zu besichtigen. Der gut 13km lange Abschnitt Örträsk / Bjurfors (ehemalige Grube, mit kleinem Museum) – Mensträsk kann als Personenkabinenbahn befahren werden.

New Boliden AB betreibt nach wie vor die Bergwerke Kristineberg und Renström/Petiknäs sowie den Tagebau Maurliden und die Aufbereitung sowie Logistik in Boliden. Es ist jedoch alles gesperrtes Firmengelände und es sind nur die schweren Erz-Lasterzüge auf der Strasse zu sehen… . Die Gold-, Silber-, Blei-, Zink-, Kupfer- und Arsenproduktion bleibt also hinter den Firmenzäunen verborgen.

Falun:

Mittelalterlicher bis neuzeitlicher Bergbau, wovon ältere Teile durch die jüngeren Abbauten bis 1992 nicht zu stark zerstört wurde, durch die Trockenhaltung aber nicht unter Wasser gerieten. So konnte eine UNESCO-Weltkulurerbe geschaffen werden, wo wertvolle alte Bergwerksanlagen erhalten besichtigt werden können: Schächte, Wasserräder, Stollen… Auch die grosse Pinge, die 1687 am Mittsommernachtstag durch den Einsturz des sehr unsystematischen, wilden Bergbaus verursacht wurde  ist ein wunderschönes Denkmal.
Die Geschichte von Falun inspirierte auch zu mehreren Sagen und Erzählungen. So entstand auch das Schauspielstück Das Bergwerk zu Falun“, eine Dramatisierung von Hugo von Hofmannsthal, die erstmals 1946 in einer vollständigen Fassung seiner gesammelten Werke erschien. Das Schauspiel wurde am 4. März 1949 in Konstanz uraufgeführt.

Sala:

Mittelalterlicher Bergbau bis in die Neuzeit 1907. Nach einem Streik wurde das Bergwerk stillgelegt. 1923 wurden die Pumpen aber wieder in Betrieb gesetzt und so sind die obersten 160m noch Wasserfrei zu besichtigen. Besichtigungen.

16.07.16 Ridnaun (Südtirol)Uebersicht

(Husu) Bergbaumuseum Ridnaun mit Aufbereitung, Transportanlagen, Schaustollen, Museum und Besuch des Poschhausstollen.

09.06.16 Neubau Gemeinschaftskraftwerk Inn

(JR)  Ursprünglich sollte die diesjährige Exkursion des FBG in das obere Tiroler Inntal zur Baustelle des Gemeinschafkraftwerks Inn (GKI) gehen.  Da die Besichtigung der Baustelle der  GKI aber jeweils nur am Donnerstag möglich ist, musste das Vorhaben an der Vereinsversammlung in Filisur fallen gelassen werden.  Das Interesse an einer Fahrt ins Tirol war aber durchaus vorhanden.  Deshalb erklärte sich Beat Hofmann, Scuol bereit, einen Besuch zu organisieren.  Dieser fand am Donnerstag, 9. Juni 2016 beim üblichen regnerischen Wetter dieses Jahres statt.
Die GKI bieten folgendes Besichtigungsprogramm an:
Die Baustellenbesichtigung startet beim GKI Projektbüro in Maria Stein (Pfunds). Nach einem kurzen Einführungsvortrag und den notwendigen Sicherheitsinstruktion werden die Besucher mit Gummistiefeln, Sicherheitsweste und Helm ausgerüstet. In Maria Stein werden  die Bauarbeiten zum Fensterstollen besichtigt. Gezeigt wird auch  die Produktionsanlage zur Tübbing-Produktion, das Tübbinglager, die Deponie für das Aushubmaterial und das Stollenportal.
Im zweiten Teil der Führung wird  das Krafthaus-Areal in Prutz besichtigt. Von einer Besucherplattform aus überblickt man die Bauarbeiten zum Herzstück des Kraftwerkbaus, dem eigentlichen Kraftwerk.
Das gebotene Programm ist interessant. Es dauert ca. 3 Stunden. Infos. Die Besuchergruppe des FBG zeigte sich sehr befriedigt, besonders auch nach einer ungeplanten kurzen Befahrung des  Schrägschachtes beim Krafthaus Prutz. Allmählich wurde man aber auch hungrig. Ein gemeinsames Mittagessen bildete den Abschluss des Ausflugs ins Tirol. Bilder: Elsbeth Rehm

24.05.2016 Cementwerk am Walensee (GL), Bilder G. Beeler

12.05.2016 Holländisches Bergbaumuseum in Heerlen (NL)

07.05.2016 Kupferminen von le Thillot (Vogesen F)

Workshop 2015
02.04.2016, Abschlusstreffen
Workshop 2015

Am Samstag, 2. April 2016 trafen sich nochmals die Organisatoren und Helfer des 18. Internationalen Bergbau- und Montanhistorik Workshop 2015 zu einem Abschlusstreffen in Andeer. Weitere Infos, Bilder und VideoHPS2_kl

Bergbaublog über die Forschungern der Universität Zürich über den prähistorischen Bergbau im Oberhalbstein. Siehe auch BERGKNAPPE 128.

12.03.2016 40. Vereinsversammlung Freunde des Bergbaus in Graubünden FBG  im Hotel Grischuna, Filisur

(JR) So rasch vergehen die Jahre. Jetzt hat bereits die 40. Vereinsversammlung der Freunde des Bergbaus in Graubünden stattgefunden. Der Einladung ins Hotel Grischuna am Bahnhof Filisur folgten 30 Mitglieder. Zudem waren vier Gäste anwesend.
Die Präsidentin Elsbeth Rehm hielt in ihrem Jahresbericht fest, dass sich im vergangenen Jahr beinahe alles um die Organisation des 18. Internationalen Bergbau- und Montanhistorik- Workshop in Andeer drehte. Es war ein grosses Vorhaben, welches dank dem grossen Einsatz aller Helferinnen und Helfer sehr gut über die Bühne ging. Die Vorträge standen auf hohem Niveau und fanden Anklang. Die Technik funktionierte tadellos. Alle Exkursionen verliefen unfallfrei. Der Schlussabend am Samstag war mit einem Berggottesdienst in der Kirche Andeer einer der Höhepunkte. Die Teilnehmer am Workshop zeigten sich sehr zufrieden und sparten nicht mit Lob. Auch der BERGKNAPPE, welcher in einer Doppelnummer als Tagungsband erschien und allen Teilnehmern abgegeben wurde, fand uneingeschränkte Zustimmung.  Nach dem Workshop ging man an das Projekt „Bellaluna“. Im August wurde die gut besuchte Exkursion nach Rueun/Ruis durchgeführt. Ebenso konnten ein weiteres Mal die archäologischen Ausgrabungen von Dr. Rouven Turck im Oberhalbstein besichtigt werden.
Die Jahresrechnung wurde ohne grosse Diskussion genehmigt. Sie schliesst bei Einnahmen von Fr. 19‘919.90 und Ausgaben von Fr. 18‘006.45 statt des budgetierten Verlustes mit einem Gewinn von Fr. 1‘913.45 ab. Die Bilanz weist einen Schlussbestand von Fr. 43‘151.39 aus. Das Vereinsvermögen beträgt total Fr. 30‘137.94.   Das Budget 2016 liegt grundsätzlich im Rahmen des Vorjahres. Bei Einnahmen von Fr. 19‘900.00 und Ausgaben von Fr. 21‘270.00 ist ein negatives Ergebnis von Fr. 1‘370.00 zu erwarten. Sorge bereitet der Mitgliederschwund. Der Verein verliert vor allem immer wieder ältere Mitglieder. Es ist auch nicht einfach, jüngere Menschen zum Eintritt in den FBG zu motivieren. Dabei ist der Mitgliederbeitrag bescheiden. Die Versammlung setzte ihn im bisherigen Rahmen, nämlich Fr. 50.00 für ordentliche Mitglieder und Fr. 20.00 für Schüler, Studenten und Lehrlinge fest.
Am Samstag, 27. August 2016 findet wie üblich die FBG-Exkursion statt. Auf Einladung des anwesenden Mitglieds Kaspar Rhyner aus Elm wird der Landesplattenberg Engi im Kanton Glarus besucht. Das genaue Programm der Exkursion steht noch nicht fest. Es kann erst später bekannt gegeben und auf dieser Homepage veröffentlicht werden.
Mit sichtbarer Erleichterung und Freude konnte die Präsidentin der Versammlung mitteilen, dass die beiden Regionalgruppen Filisur-Albulatal und Oberhalbstein nach längerer Vakanz endlich wieder besetzt werden konnten. Sie stellte der Versammlung, Sepp Beeler aus Wiesen vor, welcher sich in der Region sehr gut auskennt und viel Initiative zeigt.
Walter Good, langjähriger Redaktor am BERGKNAPPE und Mitglied der Redaktions-kommission hatte auf die Versammlung hin seinen Rücktritt erklärt. Die Präsidentin verabschiedet ihn und überreicht ihm eine Grubenlampe.
Kurz vor dem Mittagessen berichtete Peter Kuhn über eine Befahrung des neuen Albulatunnels und zeigte sehr interessante Bilder des grossen Bauvorhabens der RhB.
Ein weiteres interessantes Thema an der Vereinsversammlung war das Sanierungsprojekt „Bellaluna“. Von der Schmelze Bellaluna sind neben dem ehemaligen Verwaltungsgebäude am linken Ufer der Albula beidseits der heutigen Kantonsstrasse Filisur-Bergün Ruinen und Mauern vorhanden. Im Jahre 1888 wurde die neue Albulastrasse mitten durch das Werksgelände gebaut. Dabei wurde ein grosser Teil des alten Schmelzwerkes zerstört. Stehen geblieben sind unter anderem drei grosse Mauerpfeiler. Diese müssen dringend vor weiterem Zerfall geschützt werden. Der FBG hat sich diesbezüglich mit der Gemeinde Filisur als Besitzerin des Geländes und mit der kantonalen Denkmalpflege in Verbindung gesetzt. Die ganze Anlage wurde bereits vermessen. Ein Sanierungsprojekt wird vorbereitet. Wünschenswert wäre es auch, wenn durch den archäologischen Dienst Probegrabungen durchgeführt werden könnten, denn nachweisbar stand die Schmelze Bellaluna bereits im Mittelalter in Betrieb. Nach dem Mittagessen wurde an Ort und Stelle ein Augenschein genommen.

 

13.02.16 Bergbauverein Silberberg Davos BSD,ordentliche Vereinsversammlung

(JR) Am Samstag, 13. Februar 2016 fand in Davos die recht gut besuchte Vereins-versammlung statt.
Präsident Paul Buol hielt in seinem Jahresbericht Rückschau auf das erste Vereinsjahr unter seiner Leitung. Im vergangenen Jahr war der BSD mit zahlreichen Führungen ans Bergwerk und Einsätzen in Fronarbeit sehr aktiv. Im Frühling standen die üblichen Aufräumarbeiten an. Schneedruck und Steinschlag hatten am Erzweg einige Schäden verursacht, die zu beheben waren. Eine grössere Aufgabe war das Ausholzen der alten und schon lange nicht mehr begangenen Wege. Die Arbeiten wurden in Absprache mit den Waldbesitzern und dem Förster durch eine Gruppe von Freiwilligen vorgenommen; eine schöne aber strenge Arbeit. Ersetzt wurde der Vorbau des St. Michael-Hilfsstollens, kurz „Langer Michael“ genannt, dessen Mundloch extrem dem Steinschlag ausgesetzt ist. Der alte Vorbau wurde durch ein neues stabiles Schutzgebäude ersetzt.     Noch nicht ganz fertiggestellt aber bereits benutzbar ist die Unterführung der RhB-Strecke auf dem Schmelzboden. Durch diese Unterführung im Kanal des Monsteinerbaches wird der gefährliche Bahnübergang entschärft.
Wie üblich wurde an der Versammlung auch der Rechnungsbericht abgelegt. Der BSD verfügte am Ende des Jahres 2015 über ein Vermögen von rund Fr. 27‘000.00.
Präsident Buol orientierte auch über die Aktivitäten 2016. Zu erwähnen ist, dass im kommenden Sommer der bisher noch nicht gefundene „Plurserstollen“ gesucht wird. Nach neuen Erkenntnissen kann dieser aus der ersten Bergbauperiode stammende Abbau recht gut lokalisiert werden. Mit einem Kleinbagger soll ein Aufwältigungsversuch gestartet werden. Der BERGKNAPPE wird in der Herbstausgabe 2016 darüber berichten.
Dieses Jahr standen auch Wahlen auf der Traktandenliste. Im Vorstand waren zwei Rücktritte zu verzeichnen nämlich, Godi Kühnis und Jack Wettstein, langjähriger Kassier, welcher aus gesundheitlichen Gründen an der Vereinsversammlung nicht teilnehmen konnte.  Ersatz wurde gefunden und nach den Wahlen stellte sich der neue Vorstand der Fotografin.
BSD_GV16_2 BSD_GV16_1Der neue Vorstand: von links:
Igor Vukic, Hans Gadmer,
Paul Buol (Präsident, mitte),
Hans Peter Schenk, Hansjörg Trüb

Verabschiedung von Godi Kühnis dem langjährigen technischen Leiter am Silberberg

 

29.01.16 Gipsgruben Dörr, Fützen

(JR) Wenn Engadiner im Januar im Unterland gesehen werden, dann muss es schon eine besondere Bewandtnis haben. Der Grund ist rasch gefunden: Ein Bergwerk!
Schon früh am Morgen fahren wir über den Julierpass. Die Strasse ist trocken. Der Pass ist gut befahrbar. Es sind kaum andere Fahrzeuge unterwegs. Dies ändert sich erst, als wir auf die Autobahn auffahren. Allerdings ist der Trend eher bergwärts. Das schöne Wetter lockt. Uns lockt etwas anderes, nämlich ein unbekanntes Bergwerk. Matti und Luisa haben eingeladen. Ihnen ist das Gipsbergwerk Dörr in Fützen bekannt. Sie haben es bereits befahren und möchten es uns zeigen. Mit von der Partie sind auch Sepp und Sidney Beeler aus Wiesen, also noch mehr Bündner im Unterland.  Das Bergwerk, das wir befahren wollen, liegt auf deutschem Gebiet nahe der Schweizer Grenze erhöht über dem Wutachtal. Die Fahrt mit dem Auto durch das Weinland zeigt den Bündnern einen neuen Teil der Schweiz. Am Parkplatz erwarten uns deutsche Bergknappen sowie Hans Peter Stolz der aus Pratteln angereist ist und Roger Widmer aus Zürich.Gips_Fussenn2
Über das stark eingewachsene ehemalige Bergwerksgelände kommen wir zu einem Loch im Waldboden. Normalerweise ist es zugedeckt, für uns aber jetzt geöffnet. Jetzt heisst es ausrüsten und einfahren. Das braucht seine Zeit, denn den senkrechten Teil hinunterklettern geht. Schwieriger wird der anschliessende sehr enge und leicht aufwärts führende Durchschlupf, durch den man die Abbauten erreicht. Ein deutscher Kollege gibt auf. Er ist einfach zu gross. Ein zweiter müht sich wacker ab und kommt nach mehreren Versuchen mit Schweizer Hilfe doch noch durch die Engstelle. Unsere Präsidentin hingegen macht ihre Sache gut. Ganz wohl ist es ihr im engen Loch nicht aber sie schlüpft durch.Gips_Fussen1
Nach diesem Auftakt ist das Kriechen vorbei. In diesem Bergwerk wurde noch Ende des 20. Jh. gearbeitet. Entsprechend hoch und weit sind die Stollen. Wir sehen bald, dass die Befahrung nicht ungefährlich ist, denn überall haben sich grössere und kleinere Platten gelöst. Selten geht man auf der Sohle. Meistens sind Trümmer zu überklettern. Die Fotografen sind begeistert. So viele schöne Sujets, vom grossen Gang bis zur kleinen Gipsnadel! Mit den neuen Lampen können die Gänge auf verschiedene Arten ausgeleuchtet werden. Hans Peter hat sogar noch seine Karbidlampe dabei.   Ohne Karte könnte man sich in diesem Gewirr von Abbauten verirren. Aber wir sind ausgerüstet. Matti und Luisa machen sich an weitere Vermessungen. Die Zeit vergeht sehr rasch untertage. Wir müssen wieder zurück und einzeln durch das enge Loch. Dieses Mal geht es schon besser aber es wird schon dunkel, bis wir alle draussen im Wald stehen, das Loch verschliessen und durch den beginnenden Regen zum Parkplatz absteigen.

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